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Susanne (2019)

Guten Morgen,

als ich von Problemen gestern las und dass es der Freundin schlecht geht, habe ich mich an meine Anfänge hier erinnert. Ich hatte große Sorgen um meinen Suizidgefährdeten Sohn, stand unter Dauerstress wegen Arbeit und Pflegetochter und war depressiv.

"Probleme können schwimmen" sagt man. Dass das stimmt, kann ich bestätigen. Meine Probleme wurden nicht besser durch den Alkohol. Weder verschwanden sie noch lösten sie sich. Mir ging es sehr schlecht und ich war hoffnungslos.

Das, was passierte, war, ich schaffte mir noch mehr Probleme. Ich war körperlich ein Wrack, die Nerven waren durch das Dauersaufen angegriffen, ich war nicht belastbar - was bei Stress natürlich schlecht war - und meinen Sohn konnte ich auch nicht gescheit unterstützen.

Als ich anfing, das erste Glas stehen zu lassen, kam ich zu Kräften. AA war mein Strohhalm. Ich konnte nach und nach wieder denken und Lösungen beziehungsweise Wege finden. Ich konnte an meinen Problemen, die in mir sind arbeiten und musste mir nicht mehr länger im Weg stehen. Ich war endlich bereit, Hilfe anzunehmen und anzuerkennen, dass ich krank bin.

Mir geht es jetzt nicht jeden Tag gut. Ich muss immer noch häufig heulen, hab Tage, an denen bin ich ängstlich, hab hin und wieder Saufdruck, fühle mich überfordert.  Es gibt nach wie vor Scheißtage, aber ich muss sie nicht wegsaufen. Ich darf morgens aufwachen und habe Energie, weiterzumachen. Die Depressionen sind verschwunden.(Auch mit Hilfe von Medikamenten und Psychotherapie und AA) Es haben sich seither immer neue Wege aufgetan, wie ich lernen kann, dass es mir ein Stückchen besser geht. Neue Strategien entdeckt, die mir helfen, Stress zu bewältigen, andere Sichtweisen, die helfen, Probleme mit Abstand zu betrachten und nicht daran zu verzweifeln. Und es gibt schöne Tage, an denen ich das Leben genieße und mich freue, dass ich da bin. Die Tage gibt es auch. Es lohnt sich so sehr!!!

Es gibt eine Lösung. AA hilft. Tu was, dann tut sich was. Es funktioniert.

Ich wünsche allen, die leiden, dass sie einen Weg finden, da heraus zu kommen. Mir fällt es manchmal schwer, keine Ratschläge zu erteilen. Besonders, wenn ich mir Sorgen um eine Person mache. Dann möchte ich gerne meinen Weg direkt an die Person richten, damit es ihr besser geht und ich ihr helfen kann.

LG Susanne, Alkoholikerin

Dezember 2019

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