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Karin (2019)

Hallo von Karin!

Danke für die lieben Glückwünsche, die mich gleich zu Tagesbeginn erreicht haben. Ha, heute gehe ich in das 10. trockene Jahr, es ist immer ein ganz besonderer Tag für mich, wie ein 2. Geburtstag! Ich weiß noch wie heute, wie ich auf dem Stuhl saß auf dem ich gerade auch sitze und mich entschlossen habe, nicht weniger sondern keinen Alkohol mehr zu trinken.

Ein sehr unscheinbares peinliches Erlebnis war vorausgegangen und für mich das i-Tüpfelchen für den Entschluss. Ob und wie ich das schaffen wollte, stand in den Sternen. Mein ständiger Begleiter war damals schon die Suchtfibel, andere Hilfen waren mir noch unbekannt. 2 Jahre zuvor hatte ich erfolglos einen Kurs zum kontrollierten Trinken gemacht, absolute Abstinenz war nun die einzige Alternative.

An diesem Tag vor 9 Jahren habe ich mich auch hier im Meeting einschreiben lassen, von Monique sehr lieb begrüßt, das war ein Vorschlag in der Suchtfibel. Zunächst war ich erstaunt, wie offen man mit dem Problem umgehen kann und ich war nicht mehr alleine damit. Jetzt lernte ich auch andere Hilfen wie reale Meetings und Gruppen kennen. Ich bin mehrmals in ein AA-Meeting gegangen, fühlte mich dort aber nicht so wohl. Da ich inzwischen auch zu einer Suchtberatung der Caritas ging, landete ich in einer Kreuzbund-Gruppe bei sehr netten Leuten und einem super Gruppenleiter. Dort blieb ich bis vor etwa 2 Jahren. Die Gruppe hatte sich verändert, verjüngt, ich habe ausprobiert, ob mir das online Meeting nun genügt und es hat bis jetzt geklappt.

Hier im Meeting habe ich bereits am Ende meines 1. Jahres den Dienst der Listkeeperin übernommenen. Dieser Dienst hat mich sehr gefestigt. Der Gedanke, rückfällig zu werden und gleichzeitig Hilfesuchende hier einzuschreiben, passte nicht zusammen, also war trocken bleiben die einzige Option. Als Hilfsmittel, wenn der Druck groß wurde, nahm ich Kakao und Cappuccino. Viele Cafés in Stuttgart habe ich neu kennengelernt und liebe sie noch heute, nicht mehr so oft, aber umso mehr. Einladungen, bei denen Alkohol getrunken wird, und das wird es in den meisten, habe ich gemieden und vermisse dies bis heute nicht. Wichtig ist für mich das Stuttgarter, und auch Hamburger, Kulturleben geworden. Das Geld, das ich vorher für Alkohol brauchte, nehme ich noch heute lieber für eine Eintrittskarte.

Das war jetzt ein langer Bericht zu meinem heutigen persönlichen Feiertag. Liebe Grüße Karin

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