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Brigitte (2005)

Ich war nach meiner Langzeittherapie in Oberursel zum ersten Mal 1983 in einem AA-Meeting. Bin aber nicht geblieben. War dann zwar 5 Jahre krampfhaft trocken, bin aber mit Tabletten und Alkohol wieder rückfällig geworden.

Erst dann habe ich es kapiert, dass ich gegen eine seelisch-geistige Erkrankung mit Suchtstruktur alleine nicht ankomme. Beim 2. Anlauf bei AA in München hat es dann geklappt.

Da ich den Alkoholismus meiner Mutter miterlebte, graute mir vor Alkohol-Exzessen. Deshalb entschied ich mich für die Alternativlösung"Tabletten". Diese stopften mein seelisches Loch und meine seelischen Schmerzen jedoch nicht. Also kompensierte ich zusätzlich mit Alkohol und Drogen.

In der trockenen Zeit begann mein Sohn mit Drogen und es endete in der Klinik tödlich, weil man falsch diagnostizierte und die Suchtproblematik nicht erkannte. Der fanatische junge Arzt beharrte auf seine Neuroleptika, Antidepressiva und übersah, dass mein Sohn während des Klinikaufenthaltes Tabletten und Heroin im Kleiderschrank stapelte.

Trotz dieses massiven Einschnitts in mein Leben habe ich dank AA bis heute trocken durchgehalten. Bin allerdings nochmals vor 2 Jahre in eine Psychose abgerutscht und begab mich in die Reha nach Bad Herrenalb. Danach habe ich meine Arbeit verloren. Die geistige Belastbarkeit war angeschlagen.

Jetzte lebe ich im Heute und gehe regelmässig in die Meetings. Das Leben geht weiter und ich habe die Aufgabe, meine eigene Persönlichkeit mit der Hilfe Gottes und AA zu leben und zu stärken. Ich durfte sie als Kind nicht leben und nun versuche ich, mich langsam angstfrei zuzulassen und meine Blockaden zu durchbrechen. Das geht nur mit Hilfe der Meetings.

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