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Günter (2010)

Mein Name ist Günter, ich bin Alkoholiker

Ab meinem 15 Lebensjahr habe ich getrunken - Angst vor Schule, Vater und so weiter. Mutter tot bei meiner Geburt, Vater, als ich etwa 18 war. Enterbt, mittellos, gerade Abitur - sonst nix - ging ich zum Militär. Meist im Ausland, NATO , Militärattachestab, etc. studierte ich dienstzeitbegleitend an der Sorbonne in Paris - heiratete eine französische Unterärztin der französischen. Armee, drei Kinder

Dabei habe ich immer getrunken - dann gesoffen und hätte Obiges - ohne Alkohol - auch nicht erreicht , denn trotz Erfolgen fehlte mir ein echtes Selbstvertrauen und Ehrlichkeit zu mir - der Alkohol half mir.

Frühpensionierung mit 39, 1 Jahr Suff rund um die Uhr, Suizidversuch, Zwangseinweisung in Psychiatrie, danach auf meinen Wunsch Entwöhnungstherapie in Bad Tönisstein - 1979/80 -, seither trocken. Regelmässiger Besuch einer Selbsthilfegruppe, die ich seit Jahren moderiere. Frau verliess Kinder und mich- war selbst akoholabhängig geworden - hatte gesoffen, um mich zu ertragen und konnte mich nun als Trockenen nicht mehr ausstehen. Suchte und fand Männer zu Saufen und Beischlafen - hielt das 6 Monate aus und nahm sich dann das Leben. Kapieren oder krepieren hab ich mal gelernt. Ich hab kapiert - sie leider nicht .

Hausverkauf, Schuldenablöse, Töchter heirateten sehr früh. Sohn (damals 7) zog mit mir ins Bergische Land - Abitur, Ausbildung Bank, 5 Jahre Studium Uni Bonn, Ostasien und jetzt selbsständig mit eigener kleinen Firma (Finanzen) in Süddeutschland.

Ich bin nunmehr 69, lebe alleine und warte auf keine Wunder.

Das Trockensein öffnete mir keine Tür zum Rosengarten - aber - es lebt sich oder wie der olle Stratmann sagt "Wie gehts? - Muss wohl!".

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