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ENDE DER FAHNENSTANGE

Ich denke das Ende der Fahnenstange ist bei jedem anders. Der Zeitpunkt "jetzt reichts, ich muss was aendern" ist wohl bei jedem ein anderer. Beim einen frueher, beim anderen spaeter.

Ich bin mir vor 2 Jahren bewusst geworden, dass ich was aendern muss, mein Leben, den Bezug zum Alkohol (beides spielt fuer mich zusammen) Den Fehler, den ich jedoch vor 2 Jahren gemacht habe, war der, dass ich diese Aenderung fuer andere gemacht habe/machen wollte und nicht FUER MICH!

Also musste ich nun vor ein paar Monaten noch ein Stueck "tiefer" rutschen. Und? Ist es jetzt genug? Ist mein Ende der Fahnenstange erreicht? Die Frage stelle ich mir noch.
Aber allein dadurch, dass ich sie mir stelle, ist es verdammt nah.

...weiterlesen "Ruth (2012)"

Waldemar, Alkoholiker.

Ich habe jahrelang meine Interesse, meine Wünsche, Träume und was weiß ich noch immer zurückgesteckt. Alle und Alles war wichtigere als ich selbst. Es war normal, daß ich alleletzte war auf meine Liste. Ich habe mich gefreut, wenn ich Anderen helfen konnte, Anderen ihr Arbeit abnehmen dürfte. Es machte mich glücklich, wenn ich Andere glücklich gemacht habe. Wenn ich Anerkennung, Zuneigung und Lob für das was ich gemacht habe, bekommen habe, war ich in sogenannten siebten Himmel. Es hat mich nicht gestört, daß ich dabei zu kurz komme. Ich war stolz, als ich gehört habe, wie gutmütig großzügig, geduldig und und und.... gewesen bin. Meine Meinung, meine "Ecken und Kanten"...., eigentlich wusste ich nicht was das ist.

...weiterlesen "Waldemar (2012)"

Mein Name ist Günter, ich bin Alkoholiker

Ab meinem 15 Lebensjahr habe ich getrunken - Angst vor Schule, Vater und so weiter. Mutter tot bei meiner Geburt, Vater, als ich etwa 18 war. Enterbt, mittellos, gerade Abitur - sonst nix - ging ich zum Militär. Meist im Ausland, NATO , Militärattachestab, etc. studierte ich dienstzeitbegleitend an der Sorbonne in Paris - heiratete eine französische Unterärztin der französischen. Armee, drei Kinder

Dabei habe ich immer getrunken - dann gesoffen und hätte Obiges - ohne Alkohol - auch nicht erreicht , denn trotz Erfolgen fehlte mir ein echtes Selbstvertrauen und Ehrlichkeit zu mir - der Alkohol half mir.

...weiterlesen "Günter (2010)"

Hier ist Viviane aus Luxemburg. Ich bin hier und nehm mir jetzt mal Zeit zum Schreiben.

Mir gehts richtig gut bei dem wunderschönen Frühlingswetter. Wenn ich bedenke wie schlecht es mir letztes Jahr um diese Zeit ging, bin ich heilfroh nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Letztes Jahr im April - Mai ist bei mir alles aufgeflogen. Meine ganze Trinkerei, die dazugehörigen Depressionen, haben mich fast soweit gebracht, dass ich nicht mehr leben wollte, aber gottseidank nur fast. Ich bin alleinerziehende Mutter von einem jetzt 10-jährigen Sohn, habe einen guten Job im Krankenhaus und eine eigene Wohnung. Ich hätte fast alles verloren.

...weiterlesen "Viviane (2007)"

Ich komme, verdammt nochmal, nicht an den Punkt der Kapitulation vor dem Alkohol und der wirkliche Wunsch mit dem Trinken aufhören zu wollen ist auch nicht da. Ich hör immer mal wieder meiner Freundin zuliebe bzw. ihrem Druck nachgebend für eine Weile auf. Das kann dann durchaus mal 1-2 Monate sein, aber klammheimlich fang ich dann mit kleinen Portionen wieder an, steigere langsam bis sie es irgentwann wieder spitz kriegt und das Spiel von neuem beginnt. Ich spüre genau, daß ihr der Geduldsfaden bald reißt und sie mir aus diesem und anderen Gründen unsere Partnerschaft bald aufkündigt. Mir ist sehr wohl bewußt, daß mein Spiel mit dem Feuer immer brenzliger wird, aber ich kanns einfach nicht lassen und ich gebe der Lust einfach immer wieder nach. Von richtigem Saufdruck möchte ich bei mir gar nicht mal reden.

...weiterlesen "Norbert (2006)"

Hallo , hier ist Michaela, Alkoholikerin und Kind einer Alkoholikerin. Lange habe ich darüber nachgedacht was ich schreibe, und vor allen Dingen, WIE ich es schreibe.

Ich kann mich gut daran erinnern, wie meine Mutter war, wenn sie getrunken hatte. Zum ersten Mal habe ich es richtig registriert als ich 10 war. Zwar hatte sie mich schon vorher mit Zetteln, auf denen Ihre Unterschrift war zum Alk kaufen geschickt, in den Läden kannten sie mich auch bald, aber da hatte ich das nicht wirklich kapiert.

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